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In 10 Sekunden ausrechnen: Verzugszinsrechner
Der aktuelle Verzugszinssatz
Das Gesetz nennt keinen festen Prozentsatz, sondern einen Aufschlag auf den Basiszinssatz nach § 247 BGB. Den veröffentlicht die Deutsche Bundesbank und passt ihn zweimal jährlich an — zum 1. Januar und zum 1. Juli. Wer einen Zinssatz aus einem älteren Blogbeitrag übernimmt, rechnet deshalb fast immer falsch.
| Fall | Rechtsgrundlage | Zinssatz p. a. |
|---|---|---|
| Deutschland, Verbraucher beteiligt | § 288 Abs. 1 BGB (5 %-Punkte) | 6,52 % |
| Deutschland, reines B2B | § 288 Abs. 2 BGB (9 %-Punkte) | 10,52 % |
| Österreich, Unternehmergeschäft | § 456 UGB (9,2 %-Punkte) | 10,73 % |
| Österreich, sonst | § 1000 ABGB | 4,00 % |
Die beiden Basiszinssätze sind übrigens nicht identisch: Deutschland liegt bei 1,52 %, Österreich bei 1,53 % (jeweils Stand 1. Juli 2026). Sie werden unterschiedlich ermittelt — für eine österreichische Forderung also nie den deutschen Satz einsetzen. Die OeNB hat ihren Basiszinssatz am 16. September 2026 auf 2,03 % angehoben; für Verzugszinsen zählt aber der Satz vom ersten Kalendertag des Halbjahres (§ 456 UGB), also bis 31. Dezember 2026 weiter 1,53 % und damit 10,73 %. Quellen: Deutsche Bundesbank, OeNB und WKO.
Die Formel — mit Rechenbeispiel
Zinsen = Betrag × Zinssatz × Verzugstage ÷ 365.
Beispiel: B2B-Rechnung über 2.400 €, 30 Tage Verzug, 10,52 %: 2.400 € × 10,52 % × 30 ÷ 365 = 20,75 €, plus 40 € Pauschale. In Österreich gilt dieselbe Formel mit 10,73 %.
Gezählt wird ab dem Tag nach Verzugseintritt bis einschließlich Zahlungstag; über den 1. Januar oder 1. Juli hinweg wird dort geteilt. In 10 Sekunden ausrechnen: Verzugszinsrechner
Ab wann du Zinsen verlangen darfst
Verzugszinsen entstehen nicht ab Rechnungsdatum, sondern ab Verzug. Drei Wege führen dorthin:
- Du mahnst nach Fälligkeit. Verzug tritt mit Zugang der Mahnung ein — eine einzige genügt, die verbreitete „drei Mahnungen"-Regel gibt es im Gesetz nicht.
- Ihr habt ein festes Zahlungsdatum vereinbart („zahlbar bis 15.09."). Dann tritt Verzug ohne Mahnung mit Ablauf des Datums ein.
- Spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung tritt Verzug automatisch ein (§ 286 Abs. 3 BGB). Gegenüber Verbrauchern nur, wenn du in der Rechnung ausdrücklich darauf hingewiesen hast.
In Österreich braucht es keine Mahnung: Ein Geschäftskunde ist in Verzug, wenn das Geld zum Zahlungstermin nicht am Konto ist (§ 907a ABGB).
Muster zum Kopieren
Stufe 1 ist freundlich und nennt noch keine Zinsen — die meisten Zahlungen kommen hier bereits. Stufe 2 beziffert Zinsen und Pauschale konkret. Ersetze die Platzhalter in eckigen Klammern.
Betreff: Zahlungserinnerung zur Rechnung [Rechnungsnummer] Hallo, unsere Rechnung [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum] über 2.400 € war am [Fälligkeitsdatum] zur Zahlung fällig. Ein Zahlungseingang ist bislang nicht zu verzeichnen. Wir bitten dich, den offenen Betrag bis zum [neues Datum, i. d. R. 7–14 Tage] auf folgendes Konto zu überweisen: [Kontoinhaber] IBAN: [IBAN] BIC: [BIC] Verwendungszweck: [Rechnungsnummer] Sollte sich deine Zahlung mit diesem Schreiben überschnitten haben, betrachte es bitte als gegenstandslos. Viele Grüße [Name]
Betreff: Mahnung zur Rechnung [Rechnungsnummer] Hallo, trotz unserer Zahlungserinnerung vom [Datum] ist die Rechnung [Rechnungsnummer] vom [Rechnungsdatum] über 2.400 € weiterhin offen. Du befindest dich seit dem [Datum des Verzugseintritts] in Zahlungsverzug. Wir stellen dir daher in Rechnung: Hauptforderung: 2.400 € Verzugszinsen (10,52 % p. a., 30 Tage): 20,75 € Pauschale nach § 288 Abs. 5 BGB: 40 € ------------------------------------------------ Gesamtbetrag: 2.460,75 € Wir bitten um Überweisung des Gesamtbetrags bis zum [Datum] auf das unten genannte Konto. Viele Grüße [Name]
Für Kunden im Ausland gibt es die gleichen Stufen auf Englisch im Beitrag Mahnung auf Englisch. Den vollständigen Ablauf vom ersten Kontakt bis zum Mahnbescheid beschreibt der Ratgeber Mahnung schreiben.
Drei Fehler, die Geld kosten
- Den falschen Aufschlag nehmen. Die 9 Prozentpunkte gelten nur, wenn auf KEINER Seite ein Verbraucher steht. Sobald ein Privatkunde beteiligt ist, sind es 5 — wer zu viel fordert, muss zurückrudern.
- Einen veralteten Basiszinssatz verwenden. Er ändert sich am 1. Januar und am 1. Juli; ein Beitrag von vor einem Jahr nennt garantiert einen anderen Wert.
- Die 40-Euro-Pauschale gegenüber Verbrauchern ansetzen. Sie gilt ausschließlich im Geschäftsverkehr.
Stand: 7. Oktober 2026. Basiszinssätze geprüft am 7. Oktober 2026 bei Deutsche Bundesbank und OeNB, § 286 BGB auf gesetze-im-internet.de, § 456 UGB im RIS.
Häufige Fragen
Wie hoch sind die Verzugszinsen aktuell?
Der Basiszinssatz nach § 247 BGB liegt seit 1. Juli 2026 bei 1,52 %. Daraus ergeben sich 10,52 % pro Jahr, wenn an dem Geschäft kein Verbraucher beteiligt ist (§ 288 Abs. 2 BGB), und 6,52 %, wenn doch (§ 288 Abs. 1 BGB). In Österreich sind es bei Unternehmergeschäften 10,73 % (§ 456 UGB).
Wie berechne ich Verzugszinsen für einen Zeitraum?
Offener Betrag × Zinssatz × Verzugstage ÷ 365. Beispiel: 2.400 € bei 10,52 % und 30 Tagen Verzug ergeben 20,75 € Zinsen. Gerechnet wird ab dem Tag nach Eintritt des Verzugs bis zum Tag der Zahlung.
Ab wann darf ich Verzugszinsen verlangen?
Ab Eintritt des Verzugs. Der tritt ein, wenn du nach Fälligkeit mahnst — oder ohne Mahnung spätestens 30 Tage nach Fälligkeit und Zugang der Rechnung (§ 286 Abs. 3 BGB). Gegenüber Verbrauchern gilt die 30-Tage-Automatik nur, wenn du in der Rechnung ausdrücklich darauf hingewiesen hast. Ein vereinbartes festes Zahlungsdatum lässt den Verzug ebenfalls ohne Mahnung eintreten.
Was ist die 40-Euro-Pauschale?
Gerät ein Unternehmen in Zahlungsverzug, kannst du zusätzlich zu den Zinsen eine Pauschale von 40 € verlangen (§ 288 Abs. 5 BGB). Sie gilt nur im Geschäftsverkehr — gegenüber Verbrauchern nicht — und wird auf später geltend gemachte Rechtsverfolgungskosten angerechnet. In Österreich gibt es eine gleich hohe Pauschale für Betreibungskosten.
Zahlungserinnerung oder Mahnung — was ist der Unterschied?
Rechtlich nichts: Beides sind Mahnungen im Sinne des § 286 BGB, sobald sie nach Fälligkeit zur Zahlung auffordern. Der Unterschied ist reiner Ton. Es gibt auch keine Pflicht, dreimal zu mahnen — eine einzige Mahnung genügt, um den Verzug auszulösen.
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